{"id":2831,"date":"2026-08-18T12:53:16","date_gmt":"2026-08-18T10:53:16","guid":{"rendered":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/?p=2831"},"modified":"2026-08-18T12:54:08","modified_gmt":"2026-08-18T10:54:08","slug":"datenschutz-bei-gesundheits-apps","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/datenschutz-bei-gesundheits-apps\/","title":{"rendered":"Datenschutz bei Gesundheits-Apps: 7 wichtige Tipps zum Schutz Ihrer Gesundheitsdaten"},"content":{"rendered":"<p>Fitness, Schlaf, Ern\u00e4hrung, Menstruationszyklus oder psychisches Wohlbefinden: Gesundheits-Apps sind f\u00fcr viele Menschen zu t\u00e4glichen Begleitern geworden. Sie k\u00f6nnen dabei helfen, Gewohnheiten zu dokumentieren, pers\u00f6nliche Ziele zu verfolgen oder eine medizinische Behandlung zu unterst\u00fctzen. Gleichzeitig verarbeiten viele dieser Anwendungen \u00e4u\u00dferst pers\u00f6nliche Informationen \u2013 vom Puls und Schlafverhalten bis hin zu Angaben \u00fcber Erkrankungen, Medikamente oder die psychische Gesundheit.<\/p>\n<p>Beim <strong>Datenschutz von Gesundheits-Apps<\/strong>\u00a0ist deshalb besondere Vorsicht geboten. Bevor Sie einer Anwendung sensible Informationen anvertrauen, sollten Sie pr\u00fcfen, wer hinter ihr steht, welche Daten sie ben\u00f6tigt und was anschlie\u00dfend damit geschieht.<\/p>\n<h2>Warum Gesundheitsdaten besonders sensibel sind<\/h2>\n<p>Gesundheits-Apps decken eine gro\u00dfe Bandbreite ab. Fitness-Apps erfassen beispielsweise Schritte, Herzfrequenz, Gewicht und Trainingseinheiten. Andere Anwendungen dokumentieren Schlaf, Ern\u00e4hrung oder den Menstruationszyklus. Mental-Health-Apps k\u00f6nnen Angaben \u00fcber Stimmung, Stress, \u00c4ngste oder andere Aspekte der psychischen Gesundheit verarbeiten.<\/p>\n<p>Nach <a href=\"https:\/\/eur-lex.europa.eu\/eli\/reg\/2016\/679\/art_9\/oj?locale=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><strong>Artikel 9 DSGVO<\/strong><\/a> geh\u00f6ren personenbezogene Daten, aus denen Informationen \u00fcber die k\u00f6rperliche oder geistige Gesundheit hervorgehen, zu den besonderen Kategorien personenbezogener Daten. Dabei kann auch die Kombination verschiedener Fitness-, Verhaltens- und Standortdaten sensible R\u00fcckschl\u00fcsse erm\u00f6glichen. Aus Schlafzeiten, Bewegungsmustern oder regelm\u00e4\u00dfig aufgesuchten Orten lassen sich unter Umst\u00e4nden Informationen ableiten, die Nutzende gar nicht bewusst angegeben haben.<\/p>\n<p>Entscheidend ist daher, dass nachvollziehbar bleibt, welche Daten erhoben, wof\u00fcr sie verwendet, wie lange sie gespeichert und an wen sie \u00fcbermittelt werden.<\/p>\n<h2>Datenschutzanforderungen in App-Stores<\/h2>\n<p>Die gro\u00dfen App-Plattformen haben ihre Vorgaben f\u00fcr Gesundheits-Apps in den vergangenen Jahren erweitert. Google Play verlangt von Anbietern gesundheitsbezogener Apps eine Gesundheitserkl\u00e4rung in der Play Console. Au\u00dferdem muss eine \u00f6ffentlich erreichbare Datenschutzerkl\u00e4rung sowohl im Store-Eintrag als auch innerhalb der App verf\u00fcgbar sein.<\/p>\n<p>Darin m\u00fcssen der Zugriff auf personenbezogene und sensible Daten sowie deren Erhebung, Nutzung und Weitergabe beschrieben werden. Nach der aktuellen <a href=\"https:\/\/support.google.com\/googleplay\/android-developer\/answer\/16679511?hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><strong>Google-Play-Richtlinie f\u00fcr Gesundheitsinhalte und -dienste <\/strong><\/a>sollen Apps nur diejenigen Gesundheitsberechtigungen anfordern, die f\u00fcr ihre Kernfunktionen erforderlich sind. Daten, auf die \u00fcber Health Connect zugegriffen wird, gelten als personenbezogene und sensible Nutzerdaten und unterliegen zus\u00e4tzlichen Vorgaben.<\/p>\n<p>Solche Erkl\u00e4rungen sind dennoch kein unabh\u00e4ngiges Qualit\u00e4tssiegel. Die Angaben stammen in erster Linie von den Anbietern selbst. Nutzende sollten Berechtigungen, Datenschutzerkl\u00e4rung und Gesch\u00e4ftsmodell daher weiterhin eigenst\u00e4ndig pr\u00fcfen.<\/p>\n<h2>Gesundheits-App oder DiGA: Wo liegt der Unterschied?<\/h2>\n<p>Nicht jede Gesundheits-App ist eine <strong>Digitale Gesundheitsanwendung (DiGA)<\/strong>. Die sogenannten \u201eApps auf Rezept\u201c m\u00fcssen als Medizinprodukte CE-gekennzeichnet sein und ein Aufnahmeverfahren beim Bundesinstitut f\u00fcr Arzneimittel und Medizinprodukte durchlaufen.<\/p>\n<p>DiGA k\u00f6nnen nach der aktuellen Rechtslage den Risikoklassen I, IIa oder IIb angeh\u00f6ren. Das BfArM pr\u00fcft die vorgelegten Nachweise unter anderem im Hinblick auf Sicherheit, Funktionstauglichkeit, Qualit\u00e4t, Datenschutz, Datensicherheit und positive Versorgungseffekte. Bei DiGA der h\u00f6heren Risikoklasse IIb muss ein medizinischer Nutzen nachgewiesen werden. Die gesetzlichen Grundlagen ergeben sich aus <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_5\/__33a.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><strong>\u00a7 33a SGB V <\/strong><\/a>und <a href=\"https:\/\/www.gesetze-im-internet.de\/sgb_5\/__139e.html\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\"><strong>\u00a7 139e SGB V<\/strong><\/a>.<\/p>\n<p>Seit 2025 m\u00fcssen Hersteller f\u00fcr die Datensicherheit au\u00dferdem einen Zertifikatsnachweis nach den vom Bundesamt f\u00fcr Sicherheit in der Informationstechnik festgelegten Anforderungen vorlegen. Eine beliebige Fitness- oder Mental-Health-App aus einem App-Store sollte daher nicht mit einer gepr\u00fcften DiGA gleichgesetzt werden.<\/p>\n<h2>Datenschutzerkl\u00e4rung genau pr\u00fcfen<\/h2>\n<p>Vor der Installation lohnt sich ein Blick in die Datenschutzerkl\u00e4rung. Sie sollte verst\u00e4ndlich erkl\u00e4ren, welche Gesundheits- und Kontaktdaten verarbeitet werden, zu welchen Zwecken dies geschieht und ob Informationen an Analyseunternehmen, Werbedienstleister, Forschungsstellen oder andere Empf\u00e4nger weitergegeben werden.<\/p>\n<p>Wichtig ist au\u00dferdem, wo die Daten gespeichert werden. Bei einer Verarbeitung au\u00dferhalb der EU beziehungsweise des Europ\u00e4ischen Wirtschaftsraums sollte erkl\u00e4rt werden, auf welcher rechtlichen Grundlage die \u00dcbermittlung erfolgt und welche Schutzma\u00dfnahmen vorgesehen sind. Auch Angaben zu Speicherfristen, L\u00f6schm\u00f6glichkeiten und dem Widerruf einer Einwilligung sollten leicht auffindbar sein.<\/p>\n<p>Eine umfangreiche Datenschutzerkl\u00e4rung ist allerdings nicht automatisch eine gute Datenschutzerkl\u00e4rung. Entscheidend ist, ob sie konkret, nachvollziehbar und auf die tats\u00e4chlichen Funktionen der App zugeschnitten ist.<\/p>\n<h2>Berechtigungen auf das notwendige Minimum beschr\u00e4nken<\/h2>\n<p>Gesundheits-Apps k\u00f6nnen Zugriff auf Standort, Kamera, Mikrofon, Dateien oder k\u00f6rperbezogene Sensordaten verlangen. Eine App sollte jedoch nur auf Daten und Funktionen zugreifen d\u00fcrfen, die sie f\u00fcr ihren konkreten Zweck ben\u00f6tigt.<\/p>\n<p>Bei Wear OS 6, das auf Android 16 basiert, werden f\u00fcr entsprechend ausgerichtete Apps granularere Gesundheitsberechtigungen verwendet. Dadurch l\u00e4sst sich genauer festlegen, ob eine Anwendung beispielsweise auf Herzfrequenz, Sauerstoffs\u00e4ttigung oder Hauttemperatur zugreifen darf. Die <a href=\"https:\/\/developer.android.com\/health-and-fitness\/health-services\/permissions?hl=de\" target=\"_blank\" rel=\"noopener nofollow\">Android-Dokumentation zu Gesundheitsberechtigungen<\/a> beschreibt diese Aufteilung im Detail.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie erteilte Berechtigungen regelm\u00e4\u00dfig. Bedenken Sie dabei, dass Smartphone-Berechtigungen nur den Zugriff auf das Ger\u00e4t regeln. Ob bereits \u00fcbermittelte Daten auf Servern gespeichert oder weitergegeben werden, ergibt sich daraus nicht.<\/p>\n<h2>7 Tipps f\u00fcr mehr Datenschutz bei Gesundheits-Apps<\/h2>\n<ol>\n<li><strong>Anbieter \u00fcberpr\u00fcfen<\/strong>: Informieren Sie sich dar\u00fcber, welches Unternehmen hinter der App steht, wo es seinen Sitz hat und wie transparent es mit Datenschutz, Sicherheit und Kontaktm\u00f6glichkeiten umgeht.<\/li>\n<li><strong>Datenschutzerkl\u00e4rung lesen<\/strong>: Pr\u00fcfen Sie, welche Daten erhoben, wof\u00fcr sie verwendet, wie lange sie gespeichert und an welche Empf\u00e4nger sie \u00fcbermittelt werden. Achten Sie besonders auf Werbung, Profilbildung, Forschung und den Einsatz k\u00fcnstlicher Intelligenz.<\/li>\n<li><strong>Berechtigungen begrenzen<\/strong>: Erlauben Sie nur Zugriffe, die f\u00fcr die gew\u00fcnschte Funktion erforderlich sind. Eine Ern\u00e4hrungstagebuch-App ben\u00f6tigt beispielsweise nicht automatisch dauerhaften Zugriff auf Ihren Standort.<\/li>\n<li><strong>Datensparsame Apps bevorzugen<\/strong>: W\u00e4hlen Sie nach M\u00f6glichkeit Anwendungen, die ohne dauerhaftes Benutzerkonto funktionieren, Daten lokal verarbeiten oder eine Nutzung mit wenigen pers\u00f6nlichen Angaben erm\u00f6glichen.<\/li>\n<li><strong>Konten und Ger\u00e4te absichern<\/strong>: Verwenden Sie ein einzigartiges, starkes Passwort oder einen Passkey. Aktivieren Sie, sofern angeboten, die Multi-Faktor-Authentifizierung und sch\u00fctzen Sie Ihr Smartphone durch PIN, Biometrie und aktuelle Sicherheitsupdates.<\/li>\n<li><strong>Verkn\u00fcpfungen und Daten kontrollieren<\/strong>: \u00dcberpr\u00fcfen Sie regelm\u00e4\u00dfig gespeicherte Informationen sowie Verbindungen zu Health Connect, Wearables und anderen Diensten. Das L\u00f6schen der App entfernt nicht automatisch das Benutzerkonto oder bereits \u00fcbertragene Daten. Nutzen Sie deshalb die vorgesehenen L\u00f6schfunktionen und widerrufen Sie nicht mehr ben\u00f6tigte Zugriffe.<\/li>\n<li><strong>Im Zweifel eine Alternative w\u00e4hlen<\/strong>: Bleibt unklar, warum eine App sensible Informationen ben\u00f6tigt oder wie sie finanziert wird, sollten Sie auf die Nutzung verzichten. F\u00fcr viele Funktionen gibt es datensparsamere Alternativen.<\/li>\n<\/ol>\n<h2>Datenschutz bei Gesundheits-Apps ernst nehmen<\/h2>\n<p>Gesundheits- und Mental-Health-Apps k\u00f6nnen hilfreiche Funktionen bieten. Gleichzeitig geh\u00f6ren die von ihnen verarbeiteten Informationen zu den sensibelsten personenbezogenen Daten \u00fcberhaupt. Erweiterte Vorgaben der App-Stores und strengere Anforderungen an DiGA verbessern den Schutz, ersetzen aber nicht die Aufmerksamkeit der Nutzenden.<\/p>\n<p>Pr\u00fcfen Sie deshalb Anbieter, Datenschutzerkl\u00e4rung, Berechtigungen und L\u00f6schm\u00f6glichkeiten, bevor Sie einer Anwendung Gesundheitsdaten anvertrauen. Grunds\u00e4tzlich sollte gelten: Geben Sie nur so viele Informationen preis, wie f\u00fcr die gew\u00fcnschte Funktion wirklich erforderlich sind.<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fitness, Schlaf, Ern\u00e4hrung, Menstruationszyklus oder psychisches Wohlbefinden: Gesundheits-Apps sind f\u00fcr viele Menschen zu t\u00e4glichen Begleitern geworden. Sie k\u00f6nnen dabei helfen, Gewohnheiten zu dokumentieren, pers\u00f6nliche Ziele zu verfolgen oder eine medizinische Behandlung zu unterst\u00fctzen. Gleichzeitig verarbeiten viele dieser Anwendungen \u00e4u\u00dferst pers\u00f6nliche Informationen \u2013 vom Puls und Schlafverhalten bis hin zu Angaben \u00fcber Erkrankungen, Medikamente oder die<\/p>\n","protected":false},"author":14,"featured_media":2835,"comment_status":"open","ping_status":"closed","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[1],"tags":[],"class_list":["post-2831","post","type-post","status-publish","format-standard","has-post-thumbnail","hentry","category-allgemein"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/users\/14"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=2831"}],"version-history":[{"count":2,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831\/revisions"}],"predecessor-version":[{"id":2833,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/2831\/revisions\/2833"}],"wp:featuredmedia":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media\/2835"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=2831"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=2831"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=2831"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}