{"id":1631,"date":"2020-03-06T12:31:26","date_gmt":"2020-03-06T11:31:26","guid":{"rendered":"https:\/\/vmi13023.psw.co\/?p=1631"},"modified":"2025-06-04T15:21:58","modified_gmt":"2025-06-04T13:21:58","slug":"fitsm-oder-itil","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/fitsm-oder-itil\/","title":{"rendered":"FitSM: Eine leichtgewichtige Alternative zu ITIL?"},"content":{"rendered":"<h4>&#8211; Larissa Weigand<\/h4>\n<p>FitSM hat es sich als ein leichtgewichtiges IT-Service Management Framework zur Aufgabe gemacht, eine vern\u00fcnftige Alternative f\u00fcr ITIL zu sein. ITIL steht f\u00fcr Effizienz und Qualit\u00e4t bei der Erbringung von Services. Doch wie schneidet der FitSM-Standard ab? In unserem Blogbeitrag stellen wir Ihnen FitSM, welches als schlankes IT-Service-Management (ITIL) gilt, n\u00e4her vor und verraten Ihnen, f\u00fcr wenn sich FitSM lohnt.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Was ist FitSM?<\/h2>\n<p>Die stetige Digitalisierung und Prozessoptimierung der IT-Services hat heutzutage eine entscheidende Bedeutung f\u00fcr den Erfolg eines Unternehmens. Um die Prozesse und IT-Infrastruktur effizient und effektiv zu verwalten, wurden verschiedene Frameworks (oder auch Vorgehensweisen) entwickelt, darunter auch ITIL (Information Technology Infrastructure Library). ITIL hat sich als eines der bekanntesten und am h\u00e4ufigsten verwendeten Frameworks etabliert, um bew\u00e4hrte Praktiken f\u00fcr das IT-Service-Management bereitzustellen. Trotz der Vorteile von ITIL gibt es jedoch Organisationen, insbesondere kleinere Unternehmen und Start-ups, die nach einem schlankeren Ansatz der L\u00f6sung suchen. Genau hier kommt FitSM ins Spiel \u2013 ein Framework, das oft als kleines ITIL bezeichnet wird.<\/p>\n<p>FitSM wurde entwickelt, um den Bedarf eines einfacheren, schlanken, skalierbaren und anpassungsf\u00e4higen Ansatz f\u00fcr das IT-Service-Management zu decken. Es bietet kleinen und mittelst\u00e4ndischen Unternehmen eine strukturierte Methode, um bew\u00e4hrte Praktiken einfach und schnell zu implementieren und gleichzeitig die Komplexit\u00e4t zu reduzieren, die oft mit einem Framework, wie beispielsweise ITIL einhergehen.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Das FitSM Framework: Das &#8222;kleines ITIL&#8220; (IT-Service-Management) in der Praxis<\/h3>\n<p>\u201eKeep it simple\u201c &#8211; Das ist das wesentliche Design-Prinzip von <a href=\"https:\/\/www.psw-training.de\/fitsm\">FitSM<\/a>. Es wurde im Rahmen des EC-FP7 Projekts \u201cFedSM\u201d durch die Europ\u00e4ische Kommission unterst\u00fctzt und finanziert. Hier handelte es sich aber nicht um ein klassisches Forschungsprojekt, sondern um eine \u201eCoordination &amp; Support Action\u201c. Ziel dieses Frameworks ist es, eine Familie von Standards f\u00fcr ein IT-Service-Management (ITSM) zu erschaffen. Dieses soll besonders einfach f\u00fcr IT Service Provider und kleine bis mittlere IT-Organisationen umsetzbar sein.<\/p>\n<h4>Wie setzt sich also FitSM in der Praxis um?<\/h4>\n<p>Das Rahmenwerk steht f\u00fcr ein IT-Service-Management, dessen Implementierung mit vertretbarem Aufwand umzusetzen ist. Bestehende Standards wurden auf das Wesentliche reduziert und zusammengef\u00fchrt. Somit konzentriert sich FitSM auf die Kernelemente, indem es die erforderlichen Prozesse, Rollen und Aktivit\u00e4ten des Unternehmens identifiziert, die f\u00fcr ein effektives IT-Service-Management erforderlich sind. Es bietet einen klaren Rahmen, der es dem anwendbaren Unternehmen erm\u00f6glicht, die IT-Services klar zu definieren, bereitzustellen und zu unterst\u00fctzen, w\u00e4hrend diese gleichzeitig flexibel genug sind, um den spezifischen Anforderungen und Ressourcen der Organisation gerecht zu werden.<\/p>\n<h4>ITIL vs. FitSM<\/h4>\n<p>Der gravierendste Unterschied zwischen bestehenden Frameworks, wie beispielsweise ITIL und FitSM liegt in dessen Ansatz. So wurde ITIL und auch bei andere ITSM-Standards \u00fcber Jahre eine gro\u00dfe Palette an <strong>Best Practices <\/strong>entwickelt, die immer mehr erweitert und nach den entsprechenden Gegebenheiten und Szenarien verfeinert wurden.<\/p>\n<p>FitSM hingegen ist eher einfach strukturiert, mit dem Ziel, dass es jedermann schnell versteht. FitSM nutzt und \u00fcbernimmt daher bew\u00e4hrte Praktiken aus dem ITIL und auch aus anderen ITSM Frameworks. Diese werden in ein kompakteres Format reduziert und bietet Unternehmen somit eine kosteng\u00fcnstige und einfachere M\u00f6glichkeit, die IT-Services zu verbessern. FitSM bietet eine klare Struktur f\u00fcr das Service-Management, ohne dabei in \u00fcberm\u00e4\u00dfigen Detailgrad zu verfallen, was gerade f\u00fcr kleinere Unternehmen und auch Organisationen von gro\u00dfem Vorteil sein kann. Durch die integrierten Anforderungen ist eine <strong>gezielte \u00dcberpr\u00fcfung und Messbarkeit<\/strong> gegeben. Zudem bietet FitSM IT-Verantwortlichen eine Liste an Anforderungen mit <strong>klaren Beschreibungen. <\/strong>Somit k\u00f6nnen diese die Reifegrade selbst bestimmen und davon die notwendigen Handlungen zur Erreichung des n\u00e4chsth\u00f6heren Reifegrades ableiten.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Die FitSM Bestandteile des leichtgewichtigen ITSM<\/h3>\n<p>Das Framework basiert auf anderen erprobten Rahmenwerken wie ISO\/IEC 20000, COBIT, aber auch ITIL. Es beschreibt 14 Prozesse und gibt 85 definierte Anforderungen f\u00fcr ein effektives ITSM mit auf den Weg.<\/p>\n<ul>\n<li>FitSM-0: \u00dcbersicht und Vokabular (\u00dcbersicht der verwendeten ITSM Begriffe)<\/li>\n<li>FitSM-1: Anforderungen an ein leichtgewichtiges IT-Service-Management. Gegliedert in 7 Kategorien der General Requirements und<\/li>\n<li>Anforderungen f\u00fcr 14 Process Requirements<\/li>\n<li>FitSM-2: Ziele und Aktivit\u00e4ten, die zur Erf\u00fcllung der in FitSM-1 beschriebenen Anforderungen empfohlen werden<\/li>\n<li>FitSM-3: Rollenmodell der allgemeinen und prozess-spezifischen Rollen in einem Service-Management-System<\/li>\n<li>FitSM-4: Ausgew\u00e4hlte Vorlagen und Beispiele von Dokumenten, die st\u00e4ndig weiterentwickelt werden<\/li>\n<li>FitSM-5: Ausgew\u00e4hlte Umsetzungsleitf\u00e4den (Ratgeber) von Dokumenten, die st\u00e4ndig weiterentwickelt werden<\/li>\n<li>FitSM-6: Reifegrad-\/F\u00e4higkeitsmodell und Beurteilungsschema<\/li>\n<\/ul>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p><img fetchpriority=\"high\" decoding=\"async\" class=\"size-full wp-image-1731 aligncenter\" src=\"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fitsm-framework-1.jpg\" alt=\"FitSM Framework\" width=\"1024\" height=\"583\" srcset=\"https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fitsm-framework-1.jpg 1024w, https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fitsm-framework-1-768x437.jpg 768w, https:\/\/www.psw-training.de\/blog\/wp-content\/uploads\/2020\/03\/fitsm-framework-1-585x333.jpg 585w\" sizes=\"(max-width: 1024px) 100vw, 1024px\" \/><\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<p>In FitSM-01 werden <strong>83 Anforderungen<\/strong> definiert. Diese sollten von einer Organisation oder F\u00f6deration, welche IT-Services anbietet, erf\u00fcllt werden. Die \u00dcbereinstimmung der Anforderungen wird hier als Nachweis der Effektivit\u00e4t betrachtet. Unterteilt sind diese in allgemeine und Prozess-Anforderungen. Neben <strong>17 allgemeinen General Requirements<\/strong> (Anforderungen) gibt es <strong>66 Process Requirements<\/strong> (Prozessanforderungen), welche die <strong>14 IT Service Management-Prozesse<\/strong> nach FitSM beachten.<\/p>\n<p>Diese Definition der Anforderungen ist wohl <strong>der gr\u00f6\u00dfte Unterschied zu ITIL<\/strong>, welches Anforderungen dieser Art nicht vorsieht. Anders ist dies bei den allgemeinen Anforderungen. Denn hier setzen beide Frameworks auf den h\u00e4ufig genutzten PDCA-Zyklus nach Deming. Somit wird auf einen bew\u00e4hrten Qualit\u00e4tsmanagementansatz aufgebaut.<\/p>\n<p>Die oben erw\u00e4hnten 14 Prozesse sind schon von ITIL und der ISO 20000 bekannt und sind folgende:<\/p>\n<ul>\n<li>Service Portfolio Management (SPM)<\/li>\n<li>Service Level Management (SLM)<\/li>\n<li>Service Reporting Management (SRM)<\/li>\n<li>Service Availability &amp; Continuity Management (SACM)<\/li>\n<li>Capacity Management (CAPM)<\/li>\n<li>Information Security Management (ISM)<\/li>\n<li>Customer Relationship Management (CRM)<\/li>\n<li>Supplier Relationship Management (SUPPM)<\/li>\n<li>Incident &amp; Service Request Management (ISRM)<\/li>\n<li>Problem Management (PM)<\/li>\n<li>Configuration Management (CONFM)<\/li>\n<li>Change Management (CHM)<\/li>\n<li>Release &amp; Deployment Management (RDM)<\/li>\n<li>Continual Service Improvement Management (CSI)<\/li>\n<\/ul>\n<p>Leser, die sich schon mit ITIL befasst haben, werden nun bemerken, dass einige bekannte <strong>Prozesse<\/strong> <strong>zusammengefasst<\/strong> wurden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h2>Fazit: Ist FitSM eine Alternative f\u00fcr ITIL?<\/h2>\n<p>Jedem Entscheider eines Unternehmens muss vor Beginn der Einf\u00fchrung eines IT-Service Managements klar sein, welches Ziel verfolgt werden soll. FitSM ist mit den Anforderungen an ein IT-Service-Management System, mit den internationalen Standards der ISO\/IEC 20000 und ITIL Best Practice <strong>kompatibel.<\/strong> Dies sollte bei der \u00dcberlegung, ein ITMS aufzuziehen, definitiv in Betracht gezogen werden.<\/p>\n<p>FitSM ist besonders f\u00fcr kleine bis mittelst\u00e4ndische Organisationen geeignet, die ihre Zielsetzung definiert haben und zeitnah starten wollen. Da ITIL ein sehr umfassendes Framework ist, bedarf es einer zeitaufwendigeren Planung und Implementierung. In unserem Blogbeitrag &#8222;ITIL Zertifizierung: Chancen als Unternehmen und im Beruf&#8220; erfahren Sie mehr.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>F\u00fcr wen eignet sich FitSM besonders?<\/h3>\n<p>Mit FitSM ist es durch die Reduzierung der Anforderungen m\u00f6glich, ein ITSM schneller zu implementieren. Hierdurch ist es gerade f\u00fcr IT-Verantwortliche um einiges leichter, da sie einen umfangreichen Ratgeber als Hilfestellung an die Hand bekommen. Besonders f\u00fcr kleine und mittelst\u00e4ndische Unternehmen eignet sich dieser Weg, da einige Inhalte, aber auch Prozesse von ITIL nicht ben\u00f6tigt werden.<\/p>\n<p><strong>Wichtig zu wissen ist:<\/strong> ITIL kann auch erg\u00e4nzend zu FitSM gelehrt bzw. gelebt werden. Letztendlich ist es f\u00fcr jede IT-Organisation, egal welcher Gr\u00f6\u00dfe, wichtig, ein ITSM einzuf\u00fchren und dadurch zu lernen. Die gr\u00f6\u00dfte Gefahr ist stets, von der Komplexit\u00e4t eines Frameworks erdr\u00fcckt zu werden.<\/p>\n<p>&nbsp;<\/p>\n<h3>Schulung zum FitSM Experten bei der PSW TRAINING<\/h3>\n<ol>\n<li>Die Schulungen zum FitSM Experten werden bei PSW TRAINING in drei aufeinander aufbauenden Schulungen mit anschlie\u00dfenden Pr\u00fcfungen angeboten. An nur einem Tag erlernen Sie in unserer <strong><a href=\"https:\/\/www.psw-training.de\/fitsm\/foundation\">FitSM Foundation<\/a><\/strong>-Schulung die <strong>Grundlagen. <\/strong>Somit erhalten Sie ein Verst\u00e4ndnis f\u00fcr die Relevanz eines IT-Service-Managements.<\/li>\n<li>Das <strong>essenzielle Wissen<\/strong> \u00fcber die verschiedenen Prozesse und Rollen, sowie deren Einsatz vermitteln wir Ihnen in unseren dreit\u00e4gigen <strong><a href=\"https:\/\/www.psw-training.de\/fitsm\/advanced\">FitSM Advanced-<\/a><\/strong>Schulung. Das Advanced-Level wird bei uns in einer Schulung mit zwei Pr\u00fcfungen (jeweils an Tag zwei und drei der Schulung) abgehalten. So erlernen Sie automatisch alles Wissenswerte zu den Bereichen Advanced Service Planning and Delivery (SPD) und Advanced Service Operation and Control (SOC).<\/li>\n<li>Den Abschluss der Experten-Ausbildung und somit die h\u00f6chste Stufe der Personenzertifizierung in diesem Bereich bieten wir Ihnen in unsere <strong><a href=\"https:\/\/www.psw-training.de\/fitsm\/expert\">FitSM Expert-<\/a><\/strong>Schulung. Dieses eint\u00e4gige Seminar bef\u00e4higt Sie dazu, eine <strong>f\u00fchrende Rolle<\/strong> beim Implementieren eines IT-Service-Managements einzunehmen und beratend t\u00e4tig zu sein.<\/li>\n<\/ol>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Vielen Unternehmen ist die Umsetzung von ITIL zu zeit- und kostenaufwendig. 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